27.07.2018

Die Jobkrise als Chance


Mann hält Blatt mit lachendem Smiley

© shutterstock/Lukasz Stefanski

Ob ein schlimmer Fehler, ein verpasster Karriereaufstieg oder gar eine drohende Kündigung: Jobkrisen können lähmend sein. Weitaus sinnvoller ist es jedoch, sie als Chance zu sehen, die einen weiter bringen kann als jede Beförderung.

Das A und O in Krisenlagen: sachlich bleiben. 

Nach der ersten Aufregung hilft es, sich in Ruhe hinzusetzen, durchzuatmen und mit guten FreundInnen die Situation zu analysieren. Häufig wird beim Erzählen vieles klarer. Man erkennt Zusammenhänge, die man vorher nicht gesehen hat, odre erinert sich an Anzeichen, die bereits auf eine Krise hindeuteten. Die sachliche Auseinandersetzung ermöglicht es, Abstand zu gewinnen und mit kühlem Kopf neue Entscheidungen zu treffen. Denn am Ende sollte der Blick in die Zukunft gehen: „Welche Chancen bleiben mir? Wie geht es weiter?“ Oft scheuen die Betroffenen das Gespräch mit Bekannten und Verwandten, weil ihnen ihre „Niederlage“ peinlich ist. Sie sehen ihren Misserfolg im Job allein in ihrem persönlichen Versagen begründet, fühlen sich gekränkt und ziehen sich in ihr Schneckenhaus zurück. Völlig falsch, wissen ExpertInnen. Denn zum einen tut der emotionale Rückzug gut, und zum anderen ergeben sich aus solchen Gesprächen nicht selten neue Kontakte und Perspektiven.

 

 

Schluss mit den Selbstzweifeln: das Stärkenprofil gegen Frust

Was hab ich bloß falsch gemacht? Dieser Satz ist für viele und v.a. für Frauen, die noch eher als Männer die Schuld an einer Jobkrise bei sich suchen, ziemlich typisch. Doch statt sich mit unnötigen „Wenns“ und „Abers“ zu belasten, gilt auch hier: sachliche Selbstkritik ja, Selbstzweifel nein. Fragen Sie sich ganz objektiv: Wo liegen meine Fähigkeiten? Welche Verhaltensweisen sollte ich ändern? So ergibt sich ein Stärken- und Schwächenprofil, das dabei hilft, sich in Zukunft besser zu präsentieren.

 

 

Der Kick fürs ICH: aktiv bleiben

Wenns im Job schief läuft, ist es besonders wichtig, im privaten Bereich einen positiven Ausgleich zu schaffen. Dazu gehören Sport und Entspannung ebenso wie Gespräche mit guten FreundInnen und dem Partner / der Partnerin. Hauptsache, man bleibt aktiv und zieht sich nicht zurück. Denn nur im Zusammensein mit anderen Menschen kommt man emotional wieder auf die Beine, tankt neue Kraft und Selbstwertgefühl – und wer Selbstbewusstsein und Dynamik ausstrahlt, hat auch eher Erfolg.

 

 

Der Schritt nach vorn: mit Verantwortlichen reden

Statt lange zu spekulieren, wie es zu einer beruflichen Krise kommen konnte, sollte der erste Weg zu den Verantwortlichen führen. V.a. aber auch, um die zukünftige Situation zu klären: Was ist weiter für mich vorgesehen? Lässt sich noch etwas in meinem Sinn positiv verändern? Bei einem solchen Gespräch sollte man freundlich, aber hartnäckig bleiben und sich nicht durch Floskeln abspeisen lassen. Das beste Mittel gegen sogenannte Killerphrasen sind erneute Fragen. Haken Sie immer wieder nach. Der Formulierung: „Wir werden zu gegebener Zeit wieder auf Sie zurückkommen“ kann man am besten begegnen: „Wann kann ich konkret damit rechnen?“ Auf die vage Äußerung „Wir sind noch in der Entscheidungsphase“ reagiert man mit dem Satz: „Und wie sieht der momentane Stand aus?“. Nur nicht einschüchtern lassen, keine Rückzieher machen, sondern nett und freundlich bleiben und dabei versuchen, den Chef auf eine Aussage festzunageln.

 

 

Der Trick mit dem „Beziehungsnetz“: gute Kontakte als Erfolgsgaranten

Amerikanische Studien zeigen, dass z.B. die meisten erfolgreichen Frauen eine Art „Mentor“ haben: eine Vertrauensperson, die sie unterstützt, Tipps gibt und in die Strukturen der Firma unterweist. Denn in jedem Unternehmen gibt es ungeschriebene Regeln und Gesetze, die das Leben schwer machen können, wenn man sie nicht kennt. Zum Beispiel: „Führungspositionen werden nur von außerhalb besetzt.“

Wenn man das weiß, kann man sich bereits innerlich darauf einstellen und dementsprechend handeln. Dazu gehört auch die Informationspolitik. Information bedeutet Macht. Darum ist es wichtig zu wissen, wer im Unternehmen als erstes über mögliche Neuerungen, Personalveränderungen und Geschäftsentwicklungen informiert ist. Der Rat: Knüpfen Sie Verbindungen – und pflegen Sie diese Kontakte sorgfältig. Ein gut funktionierendes „Beziehungsnetz“ ist oft entscheidend für den beruflichen Erfolg. Denn mit der Unterstützung zur richtigen Zeit kann man schon auf dem Weg nach oben sein.