03.08.2018

Die größten Niederlagen erfolgreicher Menschen


Imagine Kreis

© shutterstock/Mikhail Kolesnikov

Die Beatles, Joanne K. Rowling, Walt Disney und Steve Jobs – sie alle haben Niederlagen erlebt, die wir uns angesichts ihres Erfolgs kaum vorstellen können. Unsere Kultur des Scheiterns in Europa ist der Grund dafür, dass man kaum etwas über Niederlagen berühmter Menschen erfährt. Tatsächlich hatten jedoch die erfolgreichsten Menschen der Welt deftige Niederlagen einzustecken. Wir klären, wie sie diese Fehlschläge überwinden konnten.

Die Plattenfirma „Decca“ war schon in den 1950ern eine der wichtigsten Labels der Welt. Auch danach nahmen die Briten große Künstler wie die Rolling Stones, Ike und Tina Turner oder The Everly Brothers unter Vertrag. Einen riesigen Fehler erlaubten sie sich jedoch mit der Einschätzung des Demobands einer jungen Band: „Uns gefällt ihr Sound nicht, und Gitarrenmusik ist ohnehin nicht gefragt“, lautete die Begründung der Plattenfirma. Die Band, die hier abgewiesen wurde, sollte jedoch die wahrscheinlich erfolgreichste Popgruppe überhaupt werden – die Beatles.

 

Von der Sozialhilfe-Empfängerin zur erfolgreichen Schriftstellerin

Nicht nur die Beatles mussten mit Niederlagen umgehen: Viele der erfolgreichsten und berühmtesten Menschen der Welt wurden abgewiesen, waren erst erfolglos, wurden gefeuert oder nagten sogar praktisch am Hungertuch.

Die britische Autorin Joanne K. Rowling wurde durch ihre Harry-Potter-Romane zur Millionärin und gefeierten Autorin. Weitaus unbekannter ist jedoch, dass sie zuvor nicht nur von zwölf (!) Verlagen abgelehnt wurde, sondern aufgrund des ausbleibenden Erfolgs und nach einer gescheiterten Ehe von der Sozialhilfe lebte. Im Antrag darauf beschrieb sie sich als „so arm, wie es im modernen Großbritannien nur möglich ist, ohne obdachlos zu sein“.

 

Geniale Ideen – einen Tick zu früh

Die Liste an Fehlschlägen berühmter Menschen besteht jedoch nicht nur aus Absagen oder drohender Armut: Einige geniale Köpfe waren ihrer Zeit voraus und mussten gerade deshalb einige Reinfälle einstecken.

Walt Disney wurde mit der Begründung der fehlenden Vorstellungskraft und Originalität von seinem Job bei einer Zeitung gefeuert, eröffnete darauf hin sein erstes Animationsstudio und ging damit pleite. Angeblich hatte er Termine bei über 300 verschiedenen Banken, bis er einen Kredit für seinen irrwitzigen Plan eines „Disneylands“ bekam. Und Steve Jobs brach sein Studium ab und wurde in den 80ern tatsächlich von Apple gefeuert. 12 Jahre später war das Unternehmen dem Bankrott nahe und bat Jobs händeringend darum, zurückzukommen – woraufhin er es mit seinen Ideen zu einem der größten Unternehmen der Welt machte.

 

Wie man Flops überwindet

Eines ist und war all diesen Menschen gemein: Sie sprechen über ihre Niederlagen. Extreme Beharrlichkeit und Optimismus sind nur scheinbar der Weg zum Erfolg – so werden diese Scheiternsgeschichten oft dargestellt. In Wahrheit ist es nicht das Ignorieren des Misserfolgs, das uns letztendlich erfolgreich macht: Es ist die Reflektion und Weiterentwicklung anhand der Fehlschläge.

Mittlerweile findet jedoch auch in Europa ein Umdenken statt: Die Wiener Eventreihe „Fuck Up Nights“ ging bereits 12 Mal über die Bühne und lässt erfolgreiche Unternehmer über ihre größten Flops sprechen. Sie machen nicht nur Mut, sie sprechen auch über ihre Fehler und gehen Diskussionen über ihre falschen Entscheidungen ein. Die Veranstaltungen sind meist voll bis auf den letzten Sitzplatz – es besteht also Hoffnung auf eine neue Kultur des Scheiterns auch in Österreich.